Ich weiß ja auch nicht: Ich hatte doch damals allen geantwortet und das fandest du dann oberlehrerhaft. Jetzt dachte ich, ich lasse mal andere zu Wort kommen und diskutieren, ich muss ja nicht zu allem meinen Senf geben, zumal da viel Zeit bei draufgeht. Dann sagst du, ich lass mich zu selten blicken. Wie man's macht, tststs...
Okay, dann mal los: Wie schon gesagt, finde ich den Begriff "Leitkultur" ziemlich schwach. Nicht, weil das Copyright zu diesem Begriff (bei dem ich lustigerweise immer an die Herstellung von Joghurt denken muss) Fritzchen Merz gehört, sondern weil er nicht klar definiert zu sein scheint und außerdem nach Bevormundung klingt, was ich für problematisch halte (sorry für den Bandwurmsatz). Geht es denn um Kultur, um die Einhaltung von Gesetzen (wie du mal gesagt hast) oder um die Verfassung? Die beiden letztgenannten sollten natürlich von jedem, der hier lebt (also nicht nur von den Einwanderern, sondern auch von denen, die schon seit Generationen in Deutschland leben) respektiert werden. Ich wäre deshalb durchaus dafür, sämtliche NPD-Mitglieder, Kinderschänder, Folterer, Demagogen, Hassprediger (egal welcher Religion angehörig) und lustige Volksmusikanten (kleiner Scherz) in ein Raumschiff zu stecken und mit annähernd Lichtgeschwindigkeit in Richtung des nächstbesten schwarzen Loches zu schießen. Naja, geht leider auch nicht.
Auf die Verfassung zu schwören halte ich für... ähm... albern. Das ist genauso sinnlos wie der von mir oben angesprochene "Demonstrationszwang". Und außerdem müssten dann konsequenterweise auch alle gebürtigen Deutschen, wenn sie volljährig werden, auf die Verfassung schwören. Aber was soll das bringen? Wer die Verfassung nicht mag, wird sie nicht plötzlich lieben, nur weil er mal drauf geschworen hat.
Und was Kultur betrifft, da wiederhole ich mich nur: Ich lasse mir von keinen Stoibers, Merzens, Merkels, Becksteins und anderen kulturellen Grobmotorikern vorschreiben, was "deutsche Kultur" bedeutet. Ich möchte diese nämlich bitteschön mitgestalten und allen, die hier leben, die Möglichkeit gönnen, ihren Teil dazu beizutragen.
In Antwort auf: Ich weiß ja auch nicht: Ich hatte doch damals allen geantwortet und das fandest du dann oberlehrerhaft. Jetzt dachte ich, ich lasse mal andere zu Wort kommen und diskutieren, ich muss ja nicht zu allem meinen Senf geben, zumal da viel Zeit bei draufgeht. Dann sagst du, ich lass mich zu selten blicken. Wie man's macht, tststs...
Hi Jens, ich denke, eine Mischung aus beidem wäre net schlecht ´ Ich muss auch gestehen, als du damals allen geantwortet hast, du mir persönlich auch "Oberlehrerhaft" vorgekommen bis (ich weis, ich weis, du hörst das net gerne, aber biste vielleicht von Beruf Lehrer??). Ich hatte mich bei deinem Beitrag in die Grundschule zurückversetzt gefühlt (wie wenn ich ein Aufsatz geschrieben hätte und die Lehrerin würde es mit ihrer eigenen Meinung kommentieren)
Ich fand z. B. die wechselnde Diskussion zwischen Siak und dir war gut
Zudem hoffe ich mal, dass sich zukünftig noch mehrere Leute hier in den Diskussionen sich beteiligen werden, dann wird es spannender
Also, zur allgemeinen Beruhigung sowie zu meiner Entlastung: Ich bin KEIN Lehrer!!!
Da du aber nun die zweite bist, die eine gewisse Oberlehrerhaftigkeit festgestellt hat, scheint es wohl doch an mir zu liegen
Also, ich versuche mal, das in Zukunft anders zu machen. Vielleicht war es die Tatsache, dass ich alles in einem Rutsch kommentiert habe, die zu diesem Eindruck führte? Ich wollte niemandem meine Meinung aufdrängen, sondern nur jedem antworten. Denn ich kenne das selber, dass man sich ein bisschen übergangen fühlt, wenn man seine Gedanken äußert und dann keine Antwort folgt, deshalb wollte ich niemanden auslassen. Vielleicht liegt's auch daran, dass wir uns noch nicht so richtig kennen und dass ihr da was in den falschen Hals bekommen habt Ich bin nämlich im Gegensatz zu "Oberlehrern" durchaus offen für Kritik und lerne gern dazu (deshalb bin ich ja auch hier!!) Aber ich sage halt auch meine Meinung, wenn ich etwas anders sehe oder hake nach und freue mich auf Gegenargumente, die meine Meinung dann wiederum auf die Probe stellen. Deshalb hat's mich auch gewundert, dass da fast gar keine Gegenargumente kamen. Also, traut euch ruhig, ich gebe bestimmt keine Noten! Übrigens: Nur sehr schlechte Lehrer drängen den Schülern ihre Meinung auf.
Okay, jetzt aber zurück zum Thema. Ich glaube, es ging um das Miteinander unterschiedlicher Kulturen und Religionen, soweit ich das noch in Erinnerung habe
Also, ich habe jetzt mein langes Posting von damals nochmal überflogen. Das einzige, was ich daran abschreckend finde, ist die entsetzliche Länge Und es enthält einige Fragen, die leider von niemandem beantwortet wurden (Hausaufgabenverweigerung, das gibt 'ne Sechs )
Nee, im Ernst: ich würde mich wirklich freuen, wenn der eine oder die andere noch auf diese Fragen eingehen würde (die man vielleicht in diesem Ungeheuer von Posting übersehen hat):
1) Du fühlst dich nicht wohl in unserer Gesellschaft, siehst dich auch nicht als Teil dieser Gesellschaft, dann kannst du dich ja im Grunde genommen auch nicht wirklich integriert fühlen, oder sehe ich das falsch? (Ich stelle das mal als allgemeine Frage in den Raum, ohne das auf bestimmte Personen zu beziehen. Also: Wann ist man in eine Gesellschaft "integriert"?)
2) Wie stehen eigentlich gläubige Muslime zu Kant? Gibt es da irgendwelche Stellungnahmen von Gelehrten?
3) Interessant ist jedoch, dass eine ähnliche Verhaltensregel auch in der Bibel existiert, nämlich die "goldene Regel": "Seid zu den Leuten genauso, wie ihr auch von ihnen behandelt werden wollt." Lukas 6, 31 Vielleicht gibt es auch im Koran eine ähnliche Anleitung? Das würde mich interessieren!
Nochmal die Antioberlehrerschutzklausel: Ich stelle diese Fragen allein zu dem Zweck, meinen Horizont zu erweitern, denn der schreit täglich danach
zunächst einmal sorry, dass du so lange warten musstest, aber lieber spät als nie
In Antwort auf: Du unterstellst mir also, dass ich dich in Zukunft dazu auffordern würde?
nein dir habe ich es nicht unterstellt, aber reicht es nicht aus und dient dies nicht als negativ Beispiel überhaupt, wenn dies führende Politiker machen und damit ein Geschrei in den Medien auslösen, welches seines gleichen vielleicht mal vor rund 65 Jahren wiederfindet. ( überspitzt ausgedrückt)
In Antwort auf: denn eine Demonstration ist ja nur dann glaubwürdig, wenn der Demonstrant aus eigener Überzeugung für oder gegen etwas demonstriert
dito, darum verstehe icgh acuh nicht, was das ganze Geschrei, was ja wirklich keinen Abruch findet.
In Antwort auf: zudem noch in einem gewissen Islam-Foren als fehlgeleitet und unwissend diffamiert wird, weil man sich als Christ outet und ein junger Mann, der sich in eine Muslima verliebt hat, Sätze zu hören bekommt wie "Romantik ist ein übles Werkzeug des Teufels. Für einen Mann verliert sie: das Paradies, ihre Familie, die ganze Umma, wahrhafte Kinder, die sie in Zukunft bekommen könnte, ihre ehre und ihren Verstand, was den metaphyisischen teil anbelangt. Dafür kriegt sie: ein schein glückliches Leben, Jahannam, Irrleitung und Shaytan als Freund. Welch große Freiheit, es ist normal, dass der Vater so handelt, ich würde dich umbringen, wenn du mit meiner Tochter...",
na ehrlich gesagt, klingt das sehr nach privat Leben, was du erzählst, was ja nit schlimm ist, aber ich enthalte mich da einem Kommentar, da ich nicht weiß was ich dazu antwotten könnte, nur eins bitte.....ähnelt deine angebrachte Aussage nicht sehr der hier.... Was meine Tochter will mit einem Ausländer zusammen sein, am besten noch so n'Teppichknüpfer, der sich jedesmal zu Boden wirft.....niemals kommt mir so einer ins Haus Mir ist dies Gott sei Dank nicht passiert, aber ich bin mir sicher das es hundertfach tagtäglich passiert. Wie du bestimmt zustimmen wirst, blinden Menschen begegnet man überall. Das Problem ist nur, dass sie an gegenüberliegenden Ufern des selben Flusses stehen, ohne dies zu bemerken.
In Antwort auf: Die Mehrheit der Nichtmuslime weiß sehr wenig über den Islam. Ebenso wie viele Muslime sehr wenig über das Christentum wissen. Ebenso wie es viele Vorurteile auf Seiten von Muslimen und Christen gegenüber Atheisten und Andersgläubigen gibt. Vieles entnehmen die Menschen den Medien, ohne es kritisch zu hinterfragen. Was du dagegen tun kannst? Frag mal darkangel!
siehe oben ... sag ich ja die Menschen müssen lernen die Dinge vom gegenüberliegenden Ufer zu betrachten.
In Antwort auf: dass du in mir ebenso in erster Linie den Menschen siehst und nicht den Nichtmoslem mit einem Koffer voller Vorurteile.
Ich versuche es zumindest, aber in letzter zeit ist es sehr schwer, da ich echt kein Bock habe mich vor jedem und für jeden zu rechtfertigen.
In Antwort auf: Damit hast du auf meiner Seite tausendmal mehr Verständnis für deine Situation erwirkt als mit deinem "offenen Brief".
Nein mein Offener Brief sollte kein Verständnis für meine Situation bewirken, denn ich mache mir nichts aus den Gedanken derer, die mir nichts bedeuten ( damit bist nicht du gemeint) sondern irgendwelche Bild- redakteure, Lokalpolitiker oder Stammtischredner. Der offene Brief sollte dir nur veranschaulichen , dass es viele gibt, wie mich, die durch das ganze gelabber, das durch die Medien und die politische Landschaft geht nicht gerade sensibilisiert werden, sondern eher "radikalisiert". Es geht darum den Menschen zu zeigen, dass sie durch die Panik-mache, die sie gerade betreiben ganau das Gegenteil, von dem Ziel erreichen, das sie gerade anstreben. Nämlich ein leben nebeneinander in einer Parallegesellschaft anstatt ein friedliches Leben miteinander.
So das war das eine nun zu deinen Fragen
1) Also ich kann bei der Frage nur von mir ausgehen. Ich bin hier geboren, lebe hier, und bin glücklich hier. Man könnt sagen Deutschland ist meine zweite Heimat geworden. Nun, bin ich hier integriert??? Wenn Intergration bedeutet, dass man die Sprache beherrscht, dann würde ich sagen ja. Bedeutet es, dass man die Werte der Gesellschaft teilt, in der man lebt??? Nun zum größten Teil mache ich das, obwohl bei Karneval würde ich eher nein sagen Nun lieber Jens, wenn du mir sagst was genau unter Integration zu verstehen ist, dann sage ich dir ob ich mich integriert habe oder nicht.
2) sorry muss passen keine Ahnung
3) Es gibt etwas ähnliches, dss ungefähr folgendermassen lautet: "Ihr sollt wetteifern in Guten Taten." Ich denke vom Inhalt her sind sich diese beiden Verhaltensregeln doch sehr ähnlich.
Mit diesen Worten beende ich meine kleine Stunde und wünsche einen netten abend. ------------------- Peace and out... ÞíÓ -------------------
danke für deine Antworten! Keine Sorge, mir macht es nichts aus, etwas zu warten, ich bin ja auch nicht täglich hier
In Antwort auf: na ehrlich gesagt, klingt das sehr nach privat Leben, was du erzählst, was ja nit schlimm ist, aber ich enthalte mich da einem Kommentar, da ich nicht weiß was ich dazu antwotten könnte, nur eins bitte.....ähnelt deine angebrachte Aussage nicht sehr der hier.... Was meine Tochter will mit einem Ausländer zusammen sein, am besten noch so n'Teppichknüpfer, der sich jedesmal zu Boden wirft.....niemals kommt mir so einer ins Haus
Ja und nein. Ja insofern, als dass es darum geht, dass der Vater in beiden Fällen etwas gegen jemanden hat, der einem anderen Kulturkreis bzw. einer anderen Religion entstammt. Nein, weil es in diesem Beispiel (es handelt sich um ein Islam-Forum, in dem Andersgläubige nur zugelassen sind, wenn sie Fragen zum Islam haben, mich wollte man dort nicht aufnehmen) um religiöse Grundsätze ging und nicht um Rassismus. Hier wurde eine Liebe buchstäblich verteufelt und zwar nicht vom Vater selbst, sondern von einem Außenstehenden, der um Rat gefragt wurde und dem die Zukunft des Paares ja im Prinzip egal sein könnte. Wer Foren dieser Art durchstöbert (die sich "Islam-Forum" nennen und nicht etwa "Kulturkampf-Forum"), um sich über den Islam zu informieren, dessen Meinung kann natürlich sehr leicht durch sowas beeinflusst werden. Das war es, was ich damit sagen wollte.
Insofern frage ich mich, wie kann ein Außenstehender differenzieren, was nun zum Islam gehört und was nicht? Den Koran lesen? Das allein hilft wohl nicht, der ist nicht leicht zu verstehen und bedarf einer Interpretation. Bild oder Spiegel lesen? Wohl auch nicht. "Islam-Experten" befragen? Es gibt zwar viele, die sich so nennen, aber jeder sagt was anderes und nicht wenige sind umstritten. Islam-Foren im Internet durchstöbern? Wer vorher keine Vorurteile hatte, wird sie dabei bestimmt bekommen, deshalb halte ich mich von diesen Foren inzwischen fern.
In Antwort auf: Wie du bestimmt zustimmen wirst, blinden Menschen begegnet man überall. Das Problem ist nur, dass sie an gegenüberliegenden Ufern des selben Flusses stehen, ohne dies zu bemerken.
Was würdest du einem Mann raten, der eine Beziehung mit einer Muslimin hat, von der der Vater nichts wissen darf, da er seine Tochter sonst verstoßen würde? Dies ist im umgekehrten Fall ein kleineres Problem, da die Familienbande im "westlichen Kulturkreis" weniger eng geknüpft sind, ein Bruch mit dem Vater hätte weniger schlimme Konsequenzen (auch wenn es natürlich traurig wäre). Könnte man mit dem Koran begründen, dass der Vater nicht recht handelt? In meinem "Lieblings"-Islam-Forum behauptet man ja genau das Gegenteil. Mich interessiert diese Frage deshalb so sehr, weil mir ein ähnlicher Fall aus dem nahen Bekanntenkreis bekannt ist. Ist es tatsächlich Religion oder nur falsch verstandene Tradition, die den Vater so handeln lässt?
In Antwort auf:sag ich ja die Menschen müssen lernen die Dinge vom gegenüberliegenden Ufer zu betrachten.
Wie lernen sie das deiner Meinung nach am besten?
In Antwort auf: Nein mein Offener Brief sollte kein Verständnis für meine Situation bewirken, denn ich mache mir nichts aus den Gedanken derer, die mir nichts bedeuten ( damit bist nicht du gemeint) sondern irgendwelche Bild- redakteure, Lokalpolitiker oder Stammtischredner.
Und die lesen hier?
In Antwort auf: 1) Also ich kann bei der Frage nur von mir ausgehen. Ich bin hier geboren, lebe hier, und bin glücklich hier. Man könnt sagen Deutschland ist meine zweite Heimat geworden. Nun, bin ich hier integriert???
Das hört sich doch positiv an! Da bist du schon fast stärker integriert als ich
In Antwort auf: Wenn Intergration bedeutet, dass man die Sprache beherrscht, dann würde ich sagen ja. Bedeutet es, dass man die Werte der Gesellschaft teilt, in der man lebt??? Nun zum größten Teil mache ich das, obwohl bei Karneval würde ich eher nein sagen Nun lieber Jens, wenn du mir sagst was genau unter Integration zu verstehen ist, dann sage ich dir ob ich mich integriert habe oder nicht.
Was genau unter Integration zu verstehen ist, muss wohl jeder selbst definieren. Ich möchte mir nicht anmaßen, eine allgemeingültige Definition abzugeben (sonst kommt zurecht wieder der Oberlehrervorwurf!) Ich kann nur sagen, was es für mich bedeutet, als jemand, der hier geboren ist. Integration ist für mich nicht etwas, was man allein leisten kann (weshalb die Forderung mancher Politiker "Integriert euch gefälligst" ziemlich Banane ist). Dazu gehören immer mehrere: Die Gesellschaft und ich. Ich kann mich nicht integrieren, wenn die Gesellschaft mich nur dann akzeptiert, wenn ich mich selbst aufgebe und meine gesamten Prinzipien über Bord werfe. Umgekehrt geht es aber wohl auch nicht ohne Kompromisse. Wenn ich mich mit der Gesellschaft nämlich überhaupt nicht anfreunden kann, dann ist dies vielleicht auch nicht das richtige Land für mich.
Es gibt Tage, da fühle ich mich wie in einer anderen Welt. Da wünsche ich mich irgendwo in den australischen Busch wo sich Känguruh und Emu gute Nacht sagen und will einfach nur meine Ruhe haben vor diesem ewigen Gejammere, wie schlecht es uns doch allen gehe und das die guten Zeiten ja längst vorbei seien. Es gibt Tage, da fühle ich mich nicht wohl in einem Land, in dem die Verkäufer einen häufig unfreundlich behandeln und in dem es mehr Autoparkplätze als Kinderspielplätze gibt. Es stört mich manchmal, in einem Land zu leben, das so Genies wie Johann Sebastian Bach und Ludwig van Beethoven hervorgebracht hat, dessen Radiosender aber heute größtenteils einen lieblos produzierten Akustikmüll absondern, der allenfalls noch als Hintergrundgeräusch tauglich ist. Vom Fernsehen will ich gar nicht mehr reden. Ich besitze derzeit keine Glotze, aus gutem Grund. Es ist ein seltsames Land, in dem Politiker über den Begriff "Patriotismus" diskutieren, um von wichtigeren Problemen abzulenken, als wäre "Patriotismus" etwas, das man dem Essen beimischen könne, damit die Menschen ihr Land automatisch lieben. Ich empöre mich darüber, dass ein Bundeskanzler seine demokratischen Prinzipien über Bord wirft, um die wirtschaftlichen Beziehungen zu Russland oder China nicht zu gefährden, zwei Länder, die mit Demokratie so viel zu tun haben wie Dieter Bohlen mit Schöngeist. Ich schäme mich auch für meine Landsleute z.B. beim Urlaub in Tunesien, wenn sie die grundlegenden Verhaltensregeln des Gastgeberlandes nicht kennen (wollen) oder einhalten.
Tja, dann sitze ich so im australischen Busch, lasse mich von den Moskitos stechen und denke nach. Und dann bekomme ich Heimweh. Ich frage mich, was meine Freunde wohl gerade machen. Ob mich jemand vermisst. Und ich freue mich darauf, sie bald wiederzusehen und über gemeinsame Erlebnisse zu quatschen. Ich weiß, dass in diesem Land ein paar Menschen wohnen, auf die ich mich hundertprozentig verlassen kann und denen ich blind vertrauen kann. Während ich das labberige australische Brot konsumiere, vermisse ich die deutsche Backtradition, vermisse leckeres Vollkornbrot, vermisse das gute deutsche Bier. Dann fällt mir das Gedicht von Ringelnatz ein, von den beiden Ameisen, die nach Australien wollten und nur bis Altona gekommen sind. Dann denke ich an Heinrich Heine, Christian Morgenstern und an Robert Gernhardt, an Loriot und an alle anderen kreativen Hirne, die mich sonst noch zum Lachen gebracht haben und das Klischee vom ewig miesgelaunten Deutschen Lügen strafen. Ich freue mich auf die Pizza vom Italiener nebenan, auf Ahmeds Falafelbude, auf die Salsa-Bar mit Live-Musik und darüber, dass ich alles in der selben Stadt erleben kann - okay, in Sydney und Melbourne gibt's das auch, aber da kann ich nachher nicht "nach Hause" gehen.
Im Ausland bin ich - auch wenn die Menschen noch so gastfreundlich sind - immer der Deutsche, der "Kraut" und werde aufs Thema "Fußball" angesprochen, obwohl ich noch nicht mal die Namen aller aktuellen Nationalspieler kenne. Und ich habe mich aufrichtig über jede deutsche Goldmedaille in Athen gefreut und war traurig, dass die deutschen Schwimmer dieses Jahr nicht so richtig zum Zuge kamen.
Tja, irgendwie isses halt mein Land und ich bin hier zu Hause. Auch wenn die Menschen hier keinen Rhythmus im Blut haben und keinen Hüftschwung wie die Latinos und wenn das Essen hier weniger feurig als in Thailand oder Indien, das Temperament eher verhalten ist. Dafür haben die Menschen andere Qualitäten, die man vielleicht auf den ersten Blick nicht erkennt. Ich mag dieses Land. Irgendwie. Trotz seiner Fehler. Trotz seiner Politiker. Trotz seiner Medien. Trotz seiner Religions-Foren . Naja, also denke ich, dass ich hier integriert bin.
Ich kann deshalb gut nachvollziehen, wenn Integration für jemanden, der in einem anderen Land geboren wurde, nicht immer so ganz einfach ist.
Oh Mann, ich komme ins Grübeln!
Bis später dann. Macht Spaß, mit dir zu diskutieren
In Antwort auf: Ja und nein. Ja insofern, als dass es darum geht, dass der Vater in beiden Fällen etwas gegen jemanden hat, der einem anderen Kulturkreis bzw. einer anderen Religion entstammt. Nein, weil es in diesem Beispiel (es handelt sich um ein Islam-Forum, in dem Andersgläubige nur zugelassen sind, wenn sie Fragen zum Islam haben, mich wollte man dort nicht aufnehmen) um religiöse Grundsätze ging und nicht um Rassismus. Hier wurde eine Liebe buchstäblich verteufelt und zwar nicht vom Vater selbst, sondern von einem Außenstehenden, der um Rat gefragt wurde und dem die Zukunft des Paares ja im Prinzip egal sein könnte. Wer Foren dieser Art durchstöbert (die sich "Islam-Forum" nennen und nicht etwa "Kulturkampf-Forum"), um sich über den Islam zu informieren, dessen Meinung kann natürlich sehr leicht durch sowas beeinflusst werden. Das war es, was ich damit sagen wollte.
Um deine Frage zu beantworten, sie haben recht - selbst wenn die Art wie sie es mitgeteilt haben nicht sonderlich höflich gewesen war. Ein Muslima darf nur einen Muslim heiraten. Der Grund : Das Ziel einer Eheschliessung ist, zu einem großen Teil, die Familienplanung. Der Vater hat die Pflicht seinem Kind die Grundsätze des Islams beizubringen und es in diesem Sinne zu erziehen. Theoretisch dürfte es den anderen egal sein, was die beiden machen - praktisch darf es das aber nicht, weil ein Muslim verpflichtet ist, seine Brüder und Schwestern auf ihre Fehler aufmerksam zu machen. Du siehst also, dass diese Menschen richtig gehandelt haben - auch wenn die Art nicht schön gewesen sein mag.
In Antwort auf:Insofern frage ich mich, wie kann ein Außenstehender differenzieren, was nun zum Islam gehört und was nicht? Den Koran lesen? Das allein hilft wohl nicht, der ist nicht leicht zu verstehen und bedarf einer Interpretation. Bild oder Spiegel lesen? Wohl auch nicht. "Islam-Experten" befragen? Es gibt zwar viele, die sich so nennen, aber jeder sagt was anderes und nicht wenige sind umstritten. Islam-Foren im Internet durchstöbern? Wer vorher keine Vorurteile hatte, wird sie dabei bestimmt bekommen, deshalb halte ich mich von diesen Foren inzwischen fern.
Ich halte es für sinnvoll den Koran als erstes zu lesen, denn auch ohne Interpretation wird jedem auffallen, dass da andere Dinge stehen, wie im allgemeinen vermutet wird. Aber es ist natürlich auch anstrengend und das ist es, was die meisten Menschen davon abhält - es ist nämlich überhaupt kein Interesse da, die "ANDEREN" zu verstehen. Falls du eine Empfehlung willst - es gibt eine Koranübersetzung aus dem reclam Verlag, sie hat sehr viele Anmerkungen und auch geschichtliche Informationen.
In Antwort auf: Was würdest du einem Mann raten, der eine Beziehung mit einer Muslimin hat, von der der Vater nichts wissen darf, da er seine Tochter sonst verstoßen würde? Dies ist im umgekehrten Fall ein kleineres Problem, da die Familienbande im "westlichen Kulturkreis" weniger eng geknüpft sind, ein Bruch mit dem Vater hätte weniger schlimme Konsequenzen (auch wenn es natürlich traurig wäre). Könnte man mit dem Koran begründen, dass der Vater nicht recht handelt?
Lass sie gehen, wenn du weißt, was es für Konsequenzen für sie hat und welchen Schaden du anrichten kannst - denn auch du wirst eines Tages dafür zur Verantwortung gezogen oder liess den Koran, rede mir Muslimen und finde heraus, ob du diese Religion annehmen könntest. Sollte dies nicht der Fall sein, dann wirst du diese Frau auch niemals lieben können, denn es ist ein Teil von ihr.
Wir haben uns ja letztens im Chat getroffen und ich muss dir sagen, dass auch du einige Vorurteile pflegst - denk einfach mal darüber nach. Wir haben über meinen Glauben diskutiert und wie ich dazu gekommen bin und warum ich mich so entschieden habe. Du hast mich mitten in der Diskussion gefragt, ob ich mit einem Tunesier verheiratet bin - da sollte ich wohl in einer Schublade landen ? (mein persönlicher Eindruck)
Wenn du wirklich mal von anderen Ufer aus schauen willst, dann solltest du dich in die Lage dieser Menschen versetzen und versuchen zu verstehen - und im Zweifelsfall hilft nur fragen, warum es so ist. Vielleicht schaffst du es sogar mit solchen Fragen, die Menschen zum Nachdenken zu bringen.
Ich kann dir sagen, dass es verdammt schwer ist in diesem Land zu leben, wenn man hier nicht geboren wurde. Auch wenn ich als Deutsche und in Deutschland geboren wurde - es war die DDR und es war ein anderes Land. Du stößt auf Vorurteile, jeder weiß besser Bescheid, wie die Menschen die in diesem Land geboren und gelebt haben. In meinen Augen ist dies, dass größte Problem der Deutschen, sie denken immer alles zu wissen - und das nur aus der Einbildung heraus, dass ihnen in einem Wohlstandsland, das eine Pressefreiheit hat und alle technischen Möglichkeiten auch alle Wege offenstehen um sich zu informieren. Leider informieren sie sich aber nicht - sie nutzen also ihre Möglichkeiten nicht.
@Siak
Also ich halte dich für ziemlich integriert und das nur aus dem Grund, weil ich mit dir reden kann und fragen kann, warum du so handelst wie du es tust. Du hast die Grundvoraussetzung geschaffen für ein gesellschaftliches Zusammenleben und das ist eine Ebene der Kommunikation. Mehr braucht es nicht.
In Antwort auf:Wir haben uns ja letztens im Chat getroffen und ich muss dir sagen, dass auch du einige Vorurteile pflegst - denk einfach mal darüber nach. Wir haben über meinen Glauben diskutiert und wie ich dazu gekommen bin und warum ich mich so entschieden habe. Du hast mich mitten in der Diskussion gefragt, ob ich mit einem Tunesier verheiratet bin - da sollte ich wohl in einer Schublade landen ? (mein persönlicher Eindruck)
@ betty...hatte schon im chat den eindruck,du verwechselst da jemanden...abuhamsti im chat ist nicht jens...also...du hast da jetzt den falschen erwischt und er wird nicht wissen,was du von ihm willst...abuhamsti heisst jörg....nicht jens ************************************************** Achte auf deine Gedanken!Sie sind der Anfang deiner Taten ! **************************************************
ja, harissa sagt es bereits, du hast jetzt jens mit mir verwechselt.
ich wollte dich nicht in eine schublade stecken, ist nicht meine art, sondern möchte um dich besser begreifen zu können, doch einiges von dir wissen, wie du so schön sagst:
In Antwort auf: es ist nämlich überhaupt kein Interesse da, die "ANDEREN" zu verstehen.
genau dort wollte ich mich nicht einreihen, weil ich andere verstehen will, dazu gehört es auch "unangenehme" fragen zu stellen. davon abgesehen, ist in den meisten fällen von den muslimen her auch kein interesse da die "ANDEREN" zu verstehen. für sie ist der islam die einzig wahre religion und dulden keine neben ihm, für diese leute wäre die vollkommene assimilation unserer kultur und religion das einzig richtige.
gruß jörg
gruß jörg "Mit Widerlegen, Bedingen, Begrimmen Bemüht und brüstet mancher sich; Ich kann daraus nichts weiter gewinnen, Als daß er anders denkt als ich. (Johann Wolfgang von Goethe)"
Gruß JÖrg "Mit Widerlegen, Bedingen, Begrimmen Bemüht und brüstet mancher sich; Ich kann daraus nichts weiter gewinnen, Als daß er anders denkt als ich. (Johann Wolfgang von Goethe)"
ich möchte auf einige deiner Äußerungen eingehen, weiß aber nicht, wann ich die Zeit dazu finden werde. Könnte deshalb ein paar Tage dauern, vielleicht schaust du dann nochmal rein.
Bezüglich der Verwechslung hat sich ja Harissa schon geäußert. Ich war noch nie in eurem Chat, weil chatten nicht so mein Fall ist. Mich gab's bislang nur hier im Forum! Aber da sieht man, wie schnell Vorurteile entstehen können
In Antwort auf: Aber da sieht man, wie schnell Vorurteile entstehen können
solltest du damit mich meinen, dann hast du nicht richtig gelesen, ausserdem kannst du die aussage von betty nicht bekräftigen weil du nicht dabei warst, also bitte keine vorverurteilung, damit machst du dich nicht gerade beliebt.
solltest du es nicht so gemeint haben, ist dieser beitrag nichtig
gruß jörg "Mit Widerlegen, Bedingen, Begrimmen Bemüht und brüstet mancher sich; Ich kann daraus nichts weiter gewinnen, Als daß er anders denkt als ich. (Johann Wolfgang von Goethe)"
Ist dir der Weihnachtsmann mit'm Schlitten über die Füße gerutscht oder was ist los?
Also, dann betrachte ich deinen letzten Beitrag mal als so richtig nichtig, du scheinst da was völlig missverstanden zu haben, hab nämlich gar nicht über dich geredet.
Übrigens will ich mich gar nicht beliebt machen. Bin doch schließlich ein Oberlehrer!
na jens,,weil ich derjenige bin der mit dir verwechselt wurde,,,ich war im chat,,,und mir wird das vorurteil zugeschuster,,,,also herr oberlehrer, setzten 6
"Mit Widerlegen, Bedingen, Begrimmen Bemüht und brüstet mancher sich; Ich kann daraus nichts weiter gewinnen, Als daß er anders denkt als ich. (Johann Wolfgang von Goethe)"